Ausflug nach Cheltenham

People

Im Führring: Die Leute rund um Farclas: Entourage O'Leary, Jack Kennedy der Jockey, Gordon Elliott, Trainer

Preparation

Obwohl Farclas erst 4 Jahre zählt, macht er das schon ganz routiniert.

Winner

"Zuerst gewinnen und dann ziehen die einem auch noch an den Ohren." (Originaltext von Farclas zu mir)


Freitag der 16. März 2018

Ich hatte in Bath Quartier bezogen. Eine wunderschöne Stadt am River Avon. Das erste Mal besuchte ich diese Stadt, mit britischer und römischer Vergangenheit, zusammen mit meiner Frau in den Siebziger Jahren. Dann verbrachte ich dort zwei Wochen in einem Sommersprachkurs der Bell School. Und nun dieses Mal hatte ich Bath gewählt als Basis für den Gold Cup-Renntag in Cheltenham. Der Grund war FARCLAS, vom LBS aus der Floriana.

 

Lange hatte der von uns gezogene FARCLAS, und nun dem Ryanairchef O'Leary gehörende Wallach zwei Nennungen am Festival. Also schob ich die Entscheidung dorthin zu reisen hinaus, bis klar war: Der 16. März sollte es sein. Es ist nun bereits sehr viel geschrieben worden und ich will nicht alle Details nochmals aufzählen. Wer sich interessiert, findet bei RacingPost oder France Galop weitere Informationen. Der Morgen des Sechzehnten kam heran. Der Computer hatte mir eine Reisezeit von rund eineinhalb Stunden ausgerechnet. Ich wollte mich ausserdem vorher mit Michael Luxenburger treffen. Es ging um ein Interview für den Blog „turfcast.net“. Also zielte ich auf eine Ankunftszeit um 10.30 rum. Viertel vor Neun gings los. Ein bisschen Stau eingerechnet. EIN  BISSCHEN  STAU. Durch verschiedene Diskussionen mit der netten Stimme im Navi, die mir alles in britischen Masseinheiten erklärte (… nach 20 Yards abbiegen, noch eine Viertelmeile, etc.) hatte ich bereits Zeit verloren. Schlussendlich gab ich nach. In der Nähe des Rennplatzes angekommen ging's dann nur noch im Schneckentempo voran. Endlich kam die Abzweigung von der ich mir Erlösung erhoffte. Letzten Endes fand ich aber erst 2,1 Meilen weiter einen Platz. D.h.ich legte zu Fuss ziemlich genau die gleiche Strecke zurück, wie danach Farclas in seinem Rennen. Zuerst traf ich, inzwischen zeigte die Uhr Halbzwölf, Luxi und seinen Fotografen Lajos. Dank einem freundlichen älteren Herrn am Eingang zum Jockey Club der für den Schweizer Züchter Verständnis zeigte, konnten wir in den Führringbereich. Und das Interview fand statt. Obwohl es für mich keinen Badge, Sticker oder sonst einen Ausweis gab, blieb ich drin und warte auf Gordon Elliott. Für seine Stallcrew hatte ich Schweizer Schokolade mitgebracht und die wollte ich sobald als möglich loswerden. Inzwischen lernte ich Alan vom Telegraph kennen und lauerte dabei wie ein Luchs auf Trainer Elliott. Ersatzweise wäre mir natürlich auch Michael O'Leary recht gewesen. Schliesslich erwischte ich ihn und er schien auch sofort zu wissen wer ich bin. Ich durfte mit in den Führring. Super. Während Gordon Elliott mit den Vorbereitungen beschäftigt war, traf auch Mister O'Leary mit seiner Entourage ein. Ich stelle mich vor und wurde äusserst freundlich begrüsst. Dann kam der Trainer, dann der Reiter Jack Kennedy (18 Jahre jung) und dann kam Farclas.

 

Wie immer von seiner hübschen Pflegerin geführt drehte er seine Runden. Aber dann ging's zack-zack. Die Pferde kamen auf die Bahn und eine Menschenmasse von rund 70'000 Besuchern verschob sich zur Bahn. Ich rannte, musste diese Tattersalls Enclosure finden und zuvor noch wetten. Als ich dann endlich auch bei der Bahn ankam, von Tribünenplatz (wie in Ascot) keine Spur. Alle standen so dicht, dass es kein Durchkommen und letzten Endes auf der Tribüne auch gar keinen Platz gab. So war ich hinter strammen Burschen von 1,8 m plus eingekeilt und konnte knapp einen Blick auf den Screen erhaschen. Von Live-Rennen schauen keine Spur. Der Kommentar half ein bisschen. Und dann kam Farclas, immerhin das konnte ich nun sehen. Und auch wie er sich vorarbeitete und wir er zum Sieg lief. Und es war einfach unglaublich. Nachdem er nun wirklich und wahrhaftig gewonnen hatte, war ja Siegerehrung angesagt. Also nochmals Stress. An allen naheliegenden Eingängen wurde ich nun abgewiesen. Also musste ich mich wieder zu meinem Freund durchkämpfen, was die höflichen Engländer nicht verstanden. Und immer war auch da diese Mauer aus stämmigen jungen Männern. Doch schliesslich war ich angekommen und er freute sich, dass „mein“ Pferd gewonnen hatte. Beim Winners Circle dasselbe No. Ohne Badge kein Eintritt. Schliesslich hatte aber die liebe Cynthia vom Jockey Club ein Einsehen und ein Herz für den alten Knacker aus der Schweiz. Und wiederum freuten sich alle. Am Sieg von Farclas und überhaupt. Michael O'Leary dankte mir für's Züchten von Farclas und ich dankte ihm, dass er ihn gekauft hatte. Ohne diese Reihe von guten Ereignissen die unseren Farclas nach Frankreich, schliesslich nach Irland und dann nach Cheltenham gebracht hat, wäre aus ihm wohl nie eine Gruppepferd geworden. Und am Schluss war daran Guy Petit und der Racing Manager von Gigginstown nicht unschuldig. Danke Guy Petit für die Geduld mit unserem Grauen.

 

Zufälle, Rückfälle, Sorgen, Hoffnung, Not, Glück und Geduld und schliesslich unendliche Freude stecken in einer solchen Karriere. Es ist auch die Geschichte von drei Schweizer „Copains“ (France Sire). Schliesslich nahm auch noch die Schweizer Schoggigeschichte ein gutes Ende. Ich konnte sie beim Vater von Jack Kennedy loswerden. Doch kaum war ich aus dem Führring raus und wieder ein normaler Besucher geworden, meldete sich Luxi wieder. Natürlich, die Story ging ja noch weiter. Dass nun laufend Nachrichten auf allen Kanälen das Handy erzittern liessen, muss wohl kaum erwähnt werden. Und dann suchte ich einen ruhigen Platz um die Ereignisse ein wenig zu verdauen und zu geniessen. Denn gibt's aber nicht in Cheltenham. Und das Geld vom Wetten musste auch noch abgeholt werden. Unterdessen brummte die Rennmaschine Cheltenham weiter, nur ich war satt. Mit dem 3 Kilometermarsch vor Augen und der Angst vor dem Abendstau im Kopf zog ich es vor zu gehen. Und der Stau folgte dann bei Bristol. Im Hotel angekommen telefonierten Bettina Keller und ich wegen des Berichts für horseracing.

 

Und dann, nach einem, fast bescheidenen Mahl, war dieser Tag vorbei. Nun brummte nur noch der Schädel. Nicht vom Alkohol, sondern von diesem einzigartigen Erlebnis. rgi

Fotos aus Cheltenham von Lajos-Eric Balogh


Presseschau

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RACING POST GB
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TURF TIMES DEUTSCHLAND
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KAVALLO SCHWEIZ
Kavallo: Schweizer Züchtererfolg durch F
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Horseracing Schweiz
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HORSE RACING IRELAND
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IRISH FIELD
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Sport-Welt
Seite 18 bis 21
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THE SUN TEIL 1
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THE SUN TEIL 2
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FULL RESULT OF FARCLAS' CHELTENHAM
Full Result 1.30 Cheltenham | 16 March 2
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